Musik bringt Menschen aus Afrika und Deutschland zusammen

Musik bringt Menschen aus Afrika und Deutschland zusammen: Eine Idee, die funktioniert. Ein besonderes Beispiel dafür ist ein neues Projekt der Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. Beim Musik-Workshop „Swinging Opportunities“ und einem einmaligen Konzert in Bonn haben sich sogar persönliche Freundschaften gebildet.

Das Musikinstrument ist für Djibi nicht mit einer Frau zu vergleichen. Nachdem der junge Mann aus dem Senegal das sagt, lacht er. Djibi spielt ein sogenanntes Balaphon, das funktioniert wie ein Xylophon, kommt jedoch aus Afrika. Eine Frau könne man sich aussuchen, das Instrument eben nicht. „Es ist meine Kultur“, sagt er. Es sei Teil seiner Familie. Als sogenannter Grio spiele er das Balaphon, egal ob er wolle oder nicht.

Mit dem Instrument von Johannes verhält es sich etwas anders. Der Berliner spielt Piano. Das Klavier hat ihn schon von Kindheit an fasziniert, irgendwann hat er sich daran gesetzt und konnte sich ein Leben ohne nicht mehr vorstellen. Später spielte er sogar im berühmten Bundesjazzorchester. Das tourte bereits im Mai vor einem Jahr durch Westafrika. Dabei haben sich Djibi aus dem Senegal und Johannes aus Deutschland beim gemeinsamen Musizieren kennengelernt. Im Juni standen sie nun das erste Mal in Bonn zusammen auf einer deutschen Bühne.

Musik hat ein besonderes Potential

Die Stiftung Partnerschaft mit Afrika hat diesen besonderen Auftritt in der Bundeskunsthalle möglich gemacht. Unterstützt wurde das einmalige Jazz-Konzert unter der Leitung von Mike Herting durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Vor und nach dem Musik-Erlebnis trafen sich Afrikaner und Deutsche im Rahmen des COMENGA-Programms zu mehreren Musik-Workshops. „Musik hat ein ganz besonderes Potential“, sagt die Referentin für Kunst und Kultur der Stiftung, Friederike Claußen, zur Begründung der Idee. Musik werde unmittelbar verstanden.

Genau deshalb soll die afrikanisch-deutsche Zusammenarbeit über die Musik weiter intensiviert werden. Wie das in Zukunft gelingen könnte, diskutierten die Workshop-Teilnehmer in mehreren Runden. In vier Gruppen entwickelten sie Ideen, etwa zur Intensivierung der musikalischen Bildung in Afrika, dem Austausch von Schülern und Lehrern zwischen den Kontinenten oder zur noch besseren Kombination aus westlicher und afrikanischer Musik. „Ziel ist es, zu schauen, wie wir über Kunst und Kultur gemeinsam etwas machen können“, sagt Claußen.

Musik ist die Brücke zwischen Menschen

Das Interesse an europäischer Musik bei Djibi ist geweckt. Johannes schaut sich hingegen das Balaphon genau an. Die Musik ist zur Brücke zwischen afrikanischen und deutschen jungen Leuten geworden. Und was auf der Bühne nicht auf den ersten Blick zu sehen ist: Musik kann über ein Konzert hinaus Menschen motivieren, das Interesse an anderen Ländern, Kulturen und Menschen zu wecken. Das ist einer der Gründe, warum die Stiftung Partnerschaft mit Afrika derartige Projekte unterstützt.

Aktionsraum #7

Kunst und Kultur

Kunst und Kultur prägen gesellschaftliche Wahrnehmungen. In diesem Aktionsraum steht die Vermittlung von Partnerschaften zwischen afrikanischen und deutschen Kunst- und Kulturschaffenden im Mittelpunkt. Deutsche und afrikanische Film- und Theaterschaffende, bildende Künstler/innen, Tänzer/innen und Musiker/innen entwickeln gemeinsam kreative partnerschaftliche Projekte. Als zivilgesellschaftliche und staatliche Organisationen, Institutionen und Partner sind u.a. Kunsthochschulen, Akademien, Förderverbände, Stiftungen, Theater, Kinos, Museen, internationale Kunstprojekte und Festspiele involviert.

Ansprechpartner

Friederike Claußenfriederike.claussen@german-african-partnership.org

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