Rückblick: Die Stiftung Partnerschaft mit Afrika bei den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 2016

Zusammen mit Dynamo Dresden und der Youth Globe GmbH hat die Stiftung Partnerschaft mit Afrika ein abwechslungsreiches Programm zu den Themen "Fußball und Vielfalt", "Globale Märkte - Globale Verantwortung" und "Bunte Republik Deutschland"  im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit veranstaltet.

Zu den Feierlichkeiten gehört mittlerweile auch ein „Tag der Deutschen Vielfalt“, den die SPA in diesem Jahr zum vierten Mal durchführte. 

Das Programm wurde durch die Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern und die finanzielle Unterstützung unserer Förderer ermöglicht. Wir danken allen Partnern und Förderern herzlichst.

Thementag "Fußball und Vielfalt"

„Nicht Gewalt gibt dem Fußball unter den Fans seine Kraft, sondern spannende Spiele aller Mannschaften einer Stadt und seine Integrationskraft, die Fußball alle mitnehmen und mitmachen lässt, die fußballverrückt sind,“ sagt Dr. Katja Böhler, die Vorstandsvorsitzende der Stiftung.

Gemeinsam diskutierten Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit dem Leiter der Scouting-Abteilung von Dynamo Dresden Kristian Walter und Marie-Florence Mawhera von ProFairPlay, wie man zum Profifußballer wird und warum die oft allzu großen Träume vieler Jungen – z.B. aus afrikanischen Ländern – häufig nicht in Erfüllung gehen können.

Danach versuchten sich vor allem die Jüngsten unter uns an der Herstellung von eigenen Fußbällen aus Plastiktüten, Stoffresten und Wolle. Unterstützt wurden sie von Dorothea Milde vom Aha Verein. Dabei lernten sie, wie Fußbälle nach sambischer Art von vielen Jugendlichen auf dem afrikanischen Kontinent hergestellt werden und was hinter Fairtrade-Fußbällen steckt.

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war die Diskussion „Mein Nachbar Boateng?“ mit Nabil Yacoub, Sprecher des Migrantenbeirats Dresden, Stefan Engel, Vorsitzender der Jusos Dresden, Andrea Kersten, Mitglied des Sächsischen Landtags für die AfD-Fraktion, Ernst Holzmann, Fußball- und Strategieexperte und Frank Richter, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung. Bei der Diskussion wurde thematisiert, welche Rolle der Fußball bei der Integration einnehmen kann, aber auch, inwieweit sich unsere Kultur durch verstärkte Migration verändert, welche Einflüsse zu erwarten sind und was die deutsche und europäische Kultur in diesem Zusammenhang bereichern kann. „Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu der Fußball einen wichtigen Beitrag leistet. Dass Integration und Vielfalt einander nicht ausschließen, sehen wir in unserer ersten Mannschaft genauso wie in unseren Nachwuchs-Teams. Als größter Sportverein Dresdens unterstützen wir die „Tage der Deutschen Vielfalt“ sehr gern nach Kräften.“, sagt Michael Born, Geschäftsführer von Dynamo Dresden.

Thementag "Bunte Republik Deutschland"

Der letzte Tag des Programms am 03.10.2016, dem Tag der Deutschen Einheit, war ganz den Themen Migration und Integration gewidmet.

Mit über 40 Geflüchteten aus Potsdam und Dresden wurde in einem spannenden und sehr lebhaften Podiums- und Publikumsgespräch: „Neu in Deutschland – neues Deutschland“ mit der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg Frau Dr. Doris Lemmermeier, Yvonne Böhme von Leadership Management International Dresden und Dr. Katja Böhler, der Vorsitzenden der Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. vor allem eines deutlich:

Obwohl das Land Brandenburg eine Vielzahl hoch qualifizierter Beratungsangebote zu bieten hat, werden sie von den Geflüchteten im Augenblick noch zu wenig wahrgenommen. Es fehlt vor allem noch an Orientierung in ihrer gesamten Lebenssituation: „Was geschieht zu Hause? Wie kann ich schnell das schwierige Deutsch lernen? Was brauche ich an Bildung für einen Beruf, Studium oder Lehre und was wird anerkannt?“ Dies und vieles mehr sind Fragen, die den Tag ausfüllten. Da geht dann vieles an Angeboten auch unter.

Was sie sich wünschen:

Mobile Beratungsteams, die zu ihnen in die Unterkünfte kommen und alle Fragen zu Ausbildung, Studium und Beruf beantworten können.

Dabei ist den Geflüchteten nicht nur die Arbeit wichtig, sondern auch die persönliche Begegnung. Die Willkommenskultur in Deutschland wird von ihnen sehr positiv gesehen. Aber sie wünschten sich noch viel mehr Kontakt und Begegnungen mit Deutschen. Er habe, so ein syrischer Geflüchteter aus Teltow, seine Freizeit fast überwiegend in seinem Zimmer verbracht, weil die Deutschen zu viel Scheu vor Geflüchteten haben.

Viele von ihnen möchten, wenn der Krieg vorbei ist, in ihre Heimat Syrien zurückkehren; denn sie sind sich sicher, dass sie dann dort gebraucht werden. Dabei ist ihnen die schwierige und unsichere Zukunft in ihren Heimatländern bewusst.

Aktionsraum #8

Migration und Diaspora

Der Aktionsraum außerschulische Jugendbildung umfasst Projekte zur Vermittlung von Wissen über Deutschland und afrikanische Länder. Partnerschaften zwischen deutschen und afrikanischen Jugendeinrichtungen werden aufgebaut. Gemeinsam entwickeln und veranstalten sie Peer-Modelle, Events und Aktionen.

Ansprechpartnerin

Katja KruseKatja.Kruse@german-african-partnership.org

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