Sport kann die Welt verändern

25 junge Leute haben sich für zehn Tage in Berlin und Brandenburg  zu einem internationalen Sportcamp getroffen. Beim „German-African Sports Camp“ erlebte der Trainernachwuchs aus Afrika und Deutschland mehr als emotionale Momente. Ein Teilnehmer bekam zum Abschluss sogar ein ganz besonderes Geschenk.

Nelson Mandela, der große Freiheitskämpfer aus Südafrika, hat im Sport eine große Chance gesehen. „Sport has the power to change the world“, sagte der Politiker einmal. „Sport hat die Kraft, die Welt zu ver​ändern.“ Beim Sport können sich Menschen, egal welcher Herkunft, egal welchen Glaubens oder welcher Hautfarbe, auf einer eigenen Ebene begegnen.

Das war der Anlass für die Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. ein internationales Sportcamp auszurichten. 2014 war es soweit. 25 junge Leute aus Äthiopien, Deutschland, Ghana, Tansania und Uganda haben sich vom 12. bis 21. September in Berlin und Brandenburg zum „German-African Sports Camp“ getroffen. Und der Ausspruch von Mandela schwebte wirklich über der zehntägigen Veranstaltung.

„Wir erhoffen uns, dass mit dieser Gruppe von jungen Trainern über den Sport etwas Neues zusammenwachsen kann“, sagte der Projektmanager der Stiftung, Harald Eisenhauer. Über den Sport sollten Begegnung und Austausch auf Augenhöhe tatsächlich stattfinden. Seine Hoffnungen wurden nicht enttäuscht. Am Ende des Camps stand eine eingeschweißte Truppe, die zahlreiche gemeinsame Erlebnisse verband.

Sport überwindet kulturelle Unterschiede

Dazu zählte etwa der Besuch eines Heimspiels von Hertha BSC im Berliner Olympiastadion. Oder die gemeinsamen Trainingseinheiten. Die Gruppe wuchs nach wenigen Tagen zusammen. Bereits nach kurzer Zeit erkannten sich alle als ebenbürtig an. Egal ob beim Boxen, Basketball, Fußball oder Volleyball, die Teilnehmer vergaßen die Unterschiede, die sie eben noch trennten.

Dabei wird der Sport genutzt, um die kulturellen Differenzen zu überwinden. Das erlebten auch Hilda Nyriraguhirwa aus Uganda und Birte Bernhard aus Deutschland. Beide trainieren in ihren Heimatländern Kinder und Jugendliche und sind Sportlerinnen aus Überzeugung. Hilda leitet ein Rugby-Team und Birte eine Akrobatik-Gruppe. „Ich wurde selbst jahrelang trainiert und möchte die Dinge, die ich gelernt habe, gern weitergeben“, sagt Birte. Sport sei schon immer Teil ihres Lebens gewesen. „Ich brauche es, mich zu bewegen.“

Ähnlich sieht es Hilda. „Nur ein Tag ohne Sport gäbe mir das Gefühl, dass ich krank bin“, sagt die Afrikanerin. Sport mache ihr unglaublich viel Spaß. Beide jungen Frauen nehmen vom Sport-Camp nicht nur die Eindrücke mit nach Hause. Sie konnten etwas über andere Sportarten lernen und wollen diese Erfahrungen in ihre Heimat tragen.

Teilnehmer verschenkten einen Rollstuhl

Mit noch mehr im Gepäck ist Charles Okwonga nach den zehn Tagen Sport-Camp wieder abgereist. Der junge Mann aus Uganda sitzt im Rollstuhl. Sport bedeute ihm dennoch eine ganze Menge, sagt er. Vor allem ziehe er physische und mentale Kraft aus der Bewegung. In seiner Heimat spielt er Basketball und trainiert ein Team. Bevor er zurückkehrte, bekam er ein ganz besonderes Geschenk. Alle Teilnehmer des Camps überreichten ihm einen neuen Rollstuhl. Nun kann er sich noch besser um die Menschen mit Behinderung in seiner Sportart kümmern.

„Der Trainer ist der Schlüssel zu den Sportlern“, sagt der Projektmanager des Camps, Vincent Rödel. Während des Treffens wurde darauf geachtet, Werte zu vermitteln. Die Trainer könnten nun diese Werte weitergeben. Somit würden jede Menge Sportler erreicht, in Deutschland – und in Afrika. Der Ausspruch von Nelson Mandela kann somit ein Stück weit Wirklichkeit werden.

Das „German-African Sports Camp“ wurde im Rahmen des COMENGA-Programms von der Stiftung Partnerschaft mit Afrika e.V. ausgerichtet. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützte finanziell das Projekt.

Aktionsraum #4

Sport

Sport verbindet. In diesem Aktionsraum soll das soziale und pädagogische Potenzial von Sport genutzt werden. Dadurch lassen sich u.a. Frieden, Gesundheit, soziale Integration, Gleichberechtigung, Kinder und Jugendliche sowie wirtschaftliche Entwicklung fördern.

Ansprechpartner

Harald EisenhauerHarald.Eisenhauer@german-african-partnership.org

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